Die erste kommerzielle Anlage von Biokraftstoff im Biomass-to-Liquid-Verfahren (BTL) in Freiberg/Sachsen ist fertig gestellt. Zur Einweihung kamen am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Georg Milbradt. Für den Betreiber CHOREN folgt nun die entscheidende Phase – das Anfahren der Anlage bis zum Erreichen der Nominalleistung von rund 18 Millionen Litern BTL pro Jahr. Das Anfahren wird stufenweise erfolgen. 113 Teilsysteme in 26 Hauptbetriebseinheiten müssen einzeln und in Kombination in Betrieb genommen werden, was mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Als Rohstoff wird Waldrestholz und Altholz eingesetzt.
Die Fertigstellung der Beta-Anlage ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Weges. Am Anfang stand die Vision des Firmengründers Dr. Bodo Wolf, Energie nachhaltig und umweltfreundlich aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Das führte zur Entwicklung einer Hochtechnologie, dem Carbo-V®-Verfahren. Es wurde in der 1-MWth–Carbo-V®-Pilotanlage in mehr als 22.500 Betriebsstunden erfolgreich getestet.
Die Pilotanlage wurde 2002 um die Kraftstoffsynthese erweitert. Der hier hergestellte BTL-Dieselkraftstoff wurde umfassenden Flottenversuchen bei Daimler und Volkswagen unterzogen. Der nächste Schritt wurde möglich durch das finanzielle Engagement von Privatpersonen aus dem Umfeld der Hamburger LichtBlick Gruppe, die auch heute noch größter Gesellschafter von CHOREN ist. Der Bau der weltweit ersten kommerziellen BTL-Produktionsanlage, der Beta-Anlage in Freiberg, vollzog sich in zwei Ausbaustufen. Zunächst wurde der Carbo-V®-Vergaser mit seinen verfahrenstechnischen Hauptausrüstungen NTV (Niedertemperaturvergaser) und HTV (Hochtemperaturvergaser) errichtet. Darauf folgte der Aufbau der FT-(Fischer-Tropsch)-Synthese. Durch die Partnerschaft mit Shell konnte dafür die am weitesten entwickelte FT-Technologie, das SMDS-Verfahren, integriert werden.
|